
Am Sonntag den 4. Dezember fand sich auf Phuket das bis dahin größte Starterfeld zu den Pazifisch-Asiatischen-Meisterschaften ein. Das Rennen entwickelt sich schnell zu dem Rennen schlechthin, weil Geschichten von Elefanten, der wahnsinns Radkurs und Bildschöne Strände mehr und mehr Teilnehmer anlocken.
Dieses Jahr reihte sich zudem ein ausgezeichnetes Profifeld auf. Auch dank des Meisterschafstitels, mit dem auch ein gutes Preisgeld ausgeschrieben war, sowie den vielen Punkten für das Kona Pro Ranking.
Dieses Rennen stand auf meiner To-Do-Liste seit ich letztes Jahr die Bilder gesehen und die Berichte gelesen hatte. Und so war ich glücklich am Sonntag fit und gesund an der Startlinie zu stehen.
Am Tag vor dem Rennen regnete es so stark, dass die Wechselzone überflutet und matschig war und die Athleten nach einem Stück Plastikfolie Ausschau hielten um ihr Rad für die Nacht abzudecken. Während der Wettkampfbesprechung wurden wir zur Vorsicht auf der Radstrecke ermahnt, weil die Straßen sehr rutschig sein würden. Die Rennorganisatoren führten mit gelben Flaggen gekennzeichnete Bereiche ein, in denen ein Tempo von 20 km/h vorgeschrieben ist.
Am Rennmorgen war es dann doch trocken. Ich hatte eine der Nächte hinter mir, in denen man sich dauernd hin und her wälzt und jede Stunde auf die Uhr sieht.
Am Start stand ich zwischen Belinda Granger und Melissa Rollison, Michael Raelert stand direkt vor mir und ich fühlte mich etwas eingeschüchtert – doch ich sagte mir „das ist genau das, was ich tun möchte.“ Als der Startschuss fiel, waren überall nur Arme und Beine, doch ich konnte mich aus dem Gröbsten raushalten und bald einen Rhythmus finden.
Ich konnte mit Edith Niederfriniger und einigen anderen Damen als 10. oder 11. das Wasser verlassen – ich wusste das war in Ordnung, hätte aber auch besser sein können. Nach einem kleinen Umweg in der Wechselzone konnte ich aufs Rad steigen.
Die erste Hälfte des Radkurses ist überwiegend flach. Ich fühlte mich ziemlich durchschnittlich während der ersten 45 Minuten – wenn ich versuchte Druck aufzubauen schienen meine Beine voller schmerz und nicht kooperationsbereit. Am ersten sehr steilen Berg (an dem einige Männer sogar schoben!) fühlte ich mich eindeutig sehr mittelmäßig. Ich fuhr mit Katja Raabe, die ich auch nicht abhängen konnte. Mir wurde gesagt, dass ich auf Platz 10 circa 7 Minuten zurück lag.
Dann öffnete der Himmel seine Schleusen.
Die Straßen wurden zu Wasserrutschen, man konnte kaum zwei Meter sehen und ich wusste, dass ich an den Bergen nun vorsichtig sein musste – einige der Abfahrten waren schon bei guten Bedingungen haarig, nun wären sie mit Tempo selbstmörderisch. Am letzten Berg konnte ich Michelle Wu einholen und als ich in die T2 einfuhr war ich mir über meine Position nicht sicher. Ich vermutete das ich mich auf dem 7. oder 8. Platz befand. Nach einem rutschigen Wechsel konnte ich auf die Laufstrecke gehen.
Der Laufkurs ist sehr toll. Man läuft hinaus, an der Lagune vorbei, über sandige Wege, auf die Straße und eine Runde um Laguna villas, durch einen Golfkurs, noch ein Waldstück zurück auf die Straße – alles zwei Mal.
Nach einem Kilometer sah ich drei Damen vor mir und wusste, dass ich sie mit meinem Tempo schnell einholen würde. Ich konnte zwei überholen, hatte somit nur noch 5 vor mir. Dann flog Michelle Wu an der 2 Kilometer Marke an mir vorbei. Doch ich konnte sie auf der zweiten Runde wieder überholen. Der Plan war noch etwas Kraft für die zweite Runde aufzuheben und dann alles zu geben. Tatsächlich aber fühlte ich mich in der zweiten Runde besser – bis ich Krämpfe bekam. Der Regen hatte meine Salztabletten weggewaschen.
Als ich als fünfte Die Ziellinie überquerte war die vierte Dame nur 4 oder 5 Sekunden vor mir. Doch ich war zufrieden mit dem Ergebnis. Ich wusste, dass sich meine Laufleistung in den letzten Monaten verbessert hatte.
Die Krämpfe während des Wartens auf die Dopingkontrolle waren nicht so lustig, die Siegerehrung und Party danach dafür umso mehr!
Vielen Dank an alle meine Sponsoren, die mir mein Profileben ermöglichen und zwei ganz spezielle Personen, die mir Tag ein und Tag aus helfen mich als Person und Athlet weiterzuentwickeln: meinem Trainer Cliff English und meinem Partner Declan.